Paukenschlag im Hamburger Volleyball

Regionalliga-Aufsteiger Oststeinbeker SV II startet in der kommenden Saison für den Walddörfer SV / Vereinbarung einer umfassenden Kooperation


Eine außergewöhnliche Kooperation gehen im Hamburger Volleyball der Oststeinbeker SV und der Walddörfer SV ein. Für die kommende Spielzeit – so sie denn Corona-bedingt ab September stattfinden kann – wechselt die Verbandsliga-Meistermannschaft des OSV geschlossen zum Walddörfer SV. Das Team, das seit vielen Jahren als „Ostbek Cowboys“ agiert, wird in der Regionalliga Nord als „Walddörfer SV Cowboys“ antreten.

Da die erste Mannschaft Oststeinbeks bereits in der Regionalliga spielt, war laut Statuten ein Aufstieg für die zweite Mannschaft des OSV nicht möglich. Im Vorjahr hatten die Cowboys in dieser Situation auf den Aufstieg verzichtet. Nun galt es eine andere Lösung zu finden – denn die Mehrzahl der Spieler ist bereits älter als 40 Jahre, viele haben einst 3., 2. oder gar 1. Bundesliga gespielt, sie reizt die Regionalliga nochmals. „Es war für uns klar, dass wir Oldies den Sprung nach oben genau jetzt wagen oder nie mehr. Das ist nochmals ein Traum für uns“, sagt OSV-Abteilungsleiter Jan Schneider, selbst Aktiver der Cowboys. „Wir sind dankbar, im Walddörfer SV einen Kooperationspartner gefunden zu haben, der unsere Idee spontan gut fand und mit dem die Gespräche freundschaftlich und konstruktiv liefen – und all das während der Corona-Hochphase.“ Dank der Kooperation sei es möglich, zwei hochklassig agierende Mannschaften in Oststeinbek auflaufen zu sehen – zudem zwei Derbys! –, und die Bedingungen für die Jugendarbeit weiter zu verbessern.

Der Walddörfer SV wiederum freut sich, zum ersten Mal seit 40 Jahren wieder ein Team in der Regionalliga melden zu können. „Für uns ist es eine tolle Chance den Ablauf und die Mechanismen eines Teams in der Regionalliga kennen- und verstehen zu lernen, um für zukünftige Aufgaben gut aufgestellt zu sein“, sagt WSV-Abteilungsleiter Stephan v. Boltenstern, und sein Stellvertreter Torben Tank ergänzt: „Wir freuen uns, dass der OSV unsere Bemühungen der letzten Jahre gesehen hat und uns als guten Partner betrachtet.“ In Zukunft, sagt Torben Tank, werden ohnehin Kooperationen an Bedeutung gewinnen – sei es mit Schulen, Verbänden oder anderen Klubs. Dieser Schritt ist somit ein spannendes Experiment, mit Gewinnern auf beiden Seiten.

Volksdorf, die Heimat des WSV, und Oststeinbek liegen zwar Luftlinie 20 Kilometer auseinander, allerdings kennen sich die handelnden Personen schon lange aus direkten Duellen. Zudem ist OSV-Zuspieler Rüdiger Barth Jugendtrainer in der Volleyball-Abteilung des WSV. Die Kooperation soll, da sind sich beide Seiten einig, richtig mit Leben gefüllt werden: Trainingsbesuche sind ebenso geplant wie, wenn es die Umstände erlauben, ein gemeinsames Jugendturnier. Im September soll überdies ein Saisoneröffnungsspiel in Volksdorf steigen. Es könnte packend werden: Der ersten Mannschaft des WSV gelang in diesem Jahr die souveräne Landesliga-Meisterschaft und damit die Rückkehr in die Verbandsliga. Das Team blieb in der gesamten Spielzeit ungeschlagen – wie jüngst die Ostbek Cowboys in eben jener Verbandsliga.

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